Day Two – Geschmackssache

Zurzeit nehme ich an einem kleinen Fotowettbewerb teil der eigentlich kein wirklicher Wettbewerb ist.
Es geht nur darum Fotos zu vorgegebenen Themen einzureichen. Das kompetitive Element besteht nur darin zu sehen was den Anderen zu dem Thema eingefallen ist und wie sie es Umsetzen konnten.
Das Thema war in diesem Fall „Rauchzeichen“. Wie das Ergebnis aussehen sollte war mir sofort klar und auch die Umsetzung war schnell erledigt.
Beim Finish am PC hatte ich nun die Rauchrose in der Mitte und die Rauchschwaden drum herum, aber ich war nicht ganz zufrieden damit.
Es gefiel mir, und tut es noch immer. Es kam der Vorstellung die ich hatte nah, aber es war noch nicht so wie ich es gern gehabt hätte.
Es blieb mir also nur, mit digitalen Hilfsmitteln, die Hauptskulptur herauszustellen und die Rauchschwaden im Hintergrund verschwinden zu lassen.
Gedacht – getan.
Aber nun stehe ich da und habe diese beiden Versionen eines Bildes vor mir. Bei einem nur leicht der Tonwert angepasst, das andere stärker bearbeitet.
Hat das bearbeitete Bild nicht zu sehr an Natürlichkeit verloren? Welche Version soll ich nun einreichen?
Generell bin ich ja ein Verfechter davon, Fotos nur soweit zu bearbeiten um ihre Wirkung zu verstärken oder störende Elemente zu retuschieren, eben keine Drastischen Änderungen vorzunehmen.

Und da kommt dann der persönliche Geschmack ins Spiel… und die Vorstellung die man hatte als man sich über das Motiv Gedanken machte. Und der Geschmack ist nun mal (und zum Glück) individuell.
Ein schönes Beispiel ist das Bild Rhein II von Andreas Gursky. Ein Bild welches von einem Liebhaber für über 3 Mio. Euro erstanden wurde.
Aus diesem Bild wurde ein Kraftwerk sowie eine Person mit Hund digital entfernt. Bei meiner ersten Betrachtung des Bildes war mir das jedoch völlig unbekannt.
Ich finde das Bild schön, zwar keine 3 Mio. Euro schön, aber doch hat es was das mich dazu bringen würde es mir an die Wand zu hängen.
Ich sehe dem Bild zwar an das hier nachbearbeitet wurde, doch das stört im Gesamten einfach nicht weil mich das Ergebnis anspricht.
Ich kann auch verstehen wenn Andere wiederum sagen das ist mir zu unnatürlich, das ist ja das schöne an den Geschmäckern.
Ich kenne die Beweggründe Gursky’s nicht, ich kann nur vermuten das es wahrscheinlich es keine Stelle am Rhein gab die seinen Vorstellung gerecht werden konnte, somit musste er sich diese Stelle eben schaffen.

Und genau da ist der Punkt. In meinem Kopf hatte ich eine Vorstellung eines Rauchgebildes ohne diese Schwaden im Hintergrund.
Doch keines meiner geschossenen Fotos konnte dies darstellen da immer mehr Rauch aufstieg als ich eigentlich brauchte.
Dann kam natürlich noch der Zufall ins Spiel, von allen geschossenen Fotos war nur auf einem eine solch gekräuselte „Rose“ zu sehen die mich sofort in den Bann zog.
So blieb mir nur, dieses Bild so zu bearbeiten bis es dem Bild in meinem Kopf so nah wie nur möglich kam.
Wird das Bild dadurch nun besser oder schlechter?! Ich glaube nichts von beidem, es ist einfach nur die bildliche Darstellung meiner Vorstellung.

Nichts desto trotz finde ich auch, dass das unretuschierte Foto seinen Charme hat. Welches Bild ich nun zu dem kleinen Wettbewerb einreiche weiß ich noch immer nicht genau… aber ich habe ja noch etwas Zeit bis zum Abgabetermin.

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